Zur AfD, zur westlichen Wählerpsychologie und zur notwendigen Revision metapolitischer Selbstverständnisse
Frank-Christian Hansel —
Der im Freilich-Magazin erschienene Text von Bruno Wolters zur „Sättigung“ der AfD benennt zunächst einen Befund, der kaum zu bestreiten ist: Die Partei hat – insbesondere im Westen – ein stabiles, aber begrenztes Niveau erreicht. Weder der lange prognostizierte Durchbruch noch ein Einbruch sind eingetreten. Stattdessen beobachten wir eine Phase der Verstetigung. Diese nüchterne Feststellung ist wohltuend, weil sie sich dem verbreiteten Bedürfnis nach Dramatisierung ebenso entzieht wie der Versuchung, politische Prozesse voluntaristisch zu überhöhen.Gerade deshalb verdient der Text eine ernsthafte Auseinandersetzung. Denn die Beschreibung des Phänomens AfD-"Plateau“ ist völlig richtig diagnostiziert, aber ursächlich noch nicht hinreichend in den strukturellen Kontext eingeordnet, in dem es…

