Portrait von Frank-Christian Hansel

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Berlin in der Falle. Aber es gibt einen Ausweg!

Frank-Christian Hansel —
I. Es war vorhersehbarMit Prognosen soll man vorsichtig sein. Niemand konnte 2023 wissen, dass die Berliner Linke drei Jahre später mit 25,7 Prozent stärkste Kraft würde, dass die SPD auf 12,1 Prozent fiele und die AfD mit 16,3 Prozent bis auf zweieinhalb Punkte an die CDU heranrückte. Das Ergebnis war nicht vorhersehbar. Die Mechanik war es schon:Ein Parteiensystem, das einen wachsenden Teil seiner Wähler nicht als Gegner behandelt, den man besiegen will, sondern als Feind, den man aussperrt, gerät in eine Falle, die es sich selbst gestellt hat. Jedes Mandat der Ausgesperrten verkleinert den Raum, in dem die Übrigen regieren können. Und je kleiner dieser Raum wird, desto abhängiger werden jene, die die Mauer gebaut haben, von den Partnern, die ihnen bleiben. Berlin ist seit dem 20. Septem…

Wie krank ist dieses Land?

Frank-Christian Hansel —
Es gibt Momente, in denen man Deutschland nicht mehr erklären muss. Man muss nur erzählen, was gleichzeitig passiert.Schauern wir nach Sachsen-Anhalt. Dort haben 43,8 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme der AfD gegeben. 575.971 Menschen. Die CDU kommt auf 17,2 Prozent. Die AfD liegt also nicht ein bisschen vorne, nicht knapp, nicht innerhalb irgendeiner demoskopischen Fehlertoleranz. Sie hat zweieinhalbmal so viele Stimmen wie die CDU bekommen. Man könnte meinen, nach einem solchen Ergebnis beginne eine Debatte darüber, wie sich ein derartiger Wählerwille politisch abbilden lässt.Aber Deutschland funktioniert anders. Die eigentliche Frage lautet: Wie kann verhindert werden, dass die AfD regiert?Und nun schauen wir nach Berlin. Hier hat die Linke die Wahl mit 25,7 Prozent gewonnen. Ein beme…

Zweimal Stammheim-Tatort: Medienkritische Beobachtungen zum Sonntagskrimi des Ersten 2015 bis 2026

Frank-Christian Hansel —
1. Zwei FilmeOktober 2017, Sonntagabend, das Erste.Der Südwestrundfunk (SWF) zeigt »Der rote Schatten«. Die Stuttgarter Kommissare finden eine tote Frau im Kofferraum und geraten an einen Mann, der vor vierzig Jahren als V-Mann in den höchsten Kreisen der RAF unterwegs war. Der Film führt zurück in die Nacht zum 18. Oktober 1977, in der Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim starben. Dominik Graf lässt die Frage, was in dieser Nacht geschah, offen. Er arbeitet die Schlamperei der Behörden auf und zeigt Kommissare, die einem unaufrichtigen Staat hilflos gegenüberstehen. Ein geschichtswissenschaftliches Fachorgan hielt danach fest, der Film habe zur besten Sendezeit diverse Verschwörungstheorien zur Todesnacht präsentiert. Ein Hauptdarsteller erklärte im Begleitinterview, die hysterische Ang…
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