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Was heißt in und für Berlin eigentlich "klimaneutral"?

Frank-Christian Hansel
Das Land Berlin verspricht seinen Bürgern klimaneutrale Fernwärme. Das landeseigene Unternehmen BEW, die frühere Vattenfall Wärme, hat dafür einen Dekarbonisierungsfahrplan vorgelegt: Kohleausstieg bis 2030, vollständig klimaneutrale Wärmeerzeugung bis spätestens 2045, ein schönes Versprechen.Wer aber das Kleingedruckte liest, stößt auf einen bemerkenswerten Befund. Noch im Zieljahr soll ein gutes Viertel der Berliner Wärme aus dem Verbrennen von Dingen stammen: bis zu fünfzehn Prozent aus Biomasse, also überwiegend Holz, und rund zehn Prozent aus der thermischen Verwertung von Müll. Ein Viertel der angeblich klimaneutralen Wärme entsteht also weiterhin in Flammen und verlässt die Stadt als Rauch durch einen Schornstein.Wie passt das zusammen? Physikalisch gar nicht. Die Neutralität, von d…

Festung und Magnet. Warum der Norden um Talente kämpfen und seine Grenzen schützen muss

Frank-Christian Hansel
Kanada hat etwas begriffen, was Europa noch immer verdrängt. Wer in der neuen Weltordnung bestehen will, redet nicht mehr nur über Freihandel, offene Märkte und regelbasierte Globalisierung. Er redet über Energie, Rohstoffe, industrielle Lieferketten, Grenzsicherung, militärische Resilienz und demographische Zukunftsfähigkeit. Wenn Kanada gegenüber Donald Trump mit der Formel einer „Fortress North America“ wirbt, dann ist das mehr als taktische Handelspolitik. Es ist ein Signal: Die Phase der naiven Globalisierung ist vorbei. Die Phase der kontinentalen Selbstbehauptung beginnt.Nordamerika sortiert sich neu. Die USA bringen Kapital, Militärmacht, Technologie und Markttiefe ein. Kanada bringt Energie, Rohstoffe, Wasser, Fläche und kritische Mineralien ein. Mexiko bringt Arbeitskräfte, Produ…

Von Gabriels „Pack“ zu Albigs „Kommt nach Hause“ oder: Die SPD entdeckt die AfD – Zehn verlorene Jahre

Frank-Christian Hansel
Ausgerechnet am Tag des Grundgesetzes, dem 23. Mai 2026, hat der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung” das gesagt, was der Bundes-SPD seit Jahren ins Stammbuch geschrieben gehört: Man könne „nicht auf Dauer so tun, als wäre“ die AfD „die Ausgeburt der Hölle.“ Wenn 30 Prozent der Wähler diese Partei wählten, sei das eine politische Realität, mit der die Sozialdemokratie zu rechnen habe – und zwar nicht ablehnend, sondern handelnd. Albigs Vorschlag: ein Modell nach dänischem Vorbild. Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern könne Manuela Schwesig sich „Mehrheiten im Landtag je nach Thema“ suchen – auch von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen seien denkbar.Albig spricht damit aus, was in der SPD längst gedacht wird, …
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