Vom Autoland zur verlängerten Werkbank: Die deutsche Automobilindustrie in der Mehrfachkrise
Frank-Christian Hansel —
Die Krise der deutschen Automobilindustrie lässt sich nicht mehr als Konjunkturdelle beschreiben. Das ist ihr eigentlich alarmierender Kern. Was früher als zyklischer Rückgang, als Absatzschwäche oder als schwieriges Quartal hätte durchgehen können, hat inzwischen die Qualität eines Strukturbruchs. Das Handelsblatt spricht unter Berufung auf Branchenexperten von einem „strukturellen Problem“ und einem „tektonischen Umbruch“ des Geschäftsmodells. Genau diese Formulierungen treffen den Punkt: Es geht nicht mehr darum, ob Volkswagen, Mercedes oder BMW ein schwaches Jahr überwinden. Es geht darum, ob das industrielle Erfolgsmodell der deutschen Nachkriegsökonomie in seiner bisherigen Form noch trägt.Dieses Modell beruhte lange auf drei Säulen. Europa war die industrielle Heimatbasis, China der…

