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Festung und Magnet. Warum der Norden um Talente kämpfen und seine Grenzen schützen muss

Frank-Christian Hansel
Kanada hat etwas begriffen, was Europa noch immer verdrängt. Wer in der neuen Weltordnung bestehen will, redet nicht mehr nur über Freihandel, offene Märkte und regelbasierte Globalisierung. Er redet über Energie, Rohstoffe, industrielle Lieferketten, Grenzsicherung, militärische Resilienz und demographische Zukunftsfähigkeit. Wenn Kanada gegenüber Donald Trump mit der Formel einer „Fortress North America“ wirbt, dann ist das mehr als taktische Handelspolitik. Es ist ein Signal: Die Phase der naiven Globalisierung ist vorbei. Die Phase der kontinentalen Selbstbehauptung beginnt.Nordamerika sortiert sich neu. Die USA bringen Kapital, Militärmacht, Technologie und Markttiefe ein. Kanada bringt Energie, Rohstoffe, Wasser, Fläche und kritische Mineralien ein. Mexiko bringt Arbeitskräfte, Produ…

Von Gabriels „Pack“ zu Albigs „Kommt nach Hause“ oder: Die SPD entdeckt die AfD – Zehn verlorene Jahre

Frank-Christian Hansel
Ausgerechnet am Tag des Grundgesetzes, dem 23. Mai 2026, hat der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung” das gesagt, was der Bundes-SPD seit Jahren ins Stammbuch geschrieben gehört: Man könne „nicht auf Dauer so tun, als wäre“ die AfD „die Ausgeburt der Hölle.“ Wenn 30 Prozent der Wähler diese Partei wählten, sei das eine politische Realität, mit der die Sozialdemokratie zu rechnen habe – und zwar nicht ablehnend, sondern handelnd. Albigs Vorschlag: ein Modell nach dänischem Vorbild. Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern könne Manuela Schwesig sich „Mehrheiten im Landtag je nach Thema“ suchen – auch von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen seien denkbar.Albig spricht damit aus, was in der SPD längst gedacht wird, …

Vom Autoland zur verlängerten Werkbank: Die deutsche Automobilindustrie in der Mehrfachkrise

Frank-Christian Hansel
Die Krise der deutschen Automobilindustrie lässt sich nicht mehr als Konjunkturdelle beschreiben. Das ist ihr eigentlich alarmierender Kern. Was früher als zyklischer Rückgang, als Absatzschwäche oder als schwieriges Quartal hätte durchgehen können, hat inzwischen die Qualität eines Strukturbruchs. Das Handelsblatt spricht unter Berufung auf Branchenexperten von einem „strukturellen Problem“ und einem „tektonischen Umbruch“ des Geschäftsmodells. Genau diese Formulierungen treffen den Punkt: Es geht nicht mehr darum, ob Volkswagen, Mercedes oder BMW ein schwaches Jahr überwinden. Es geht darum, ob das industrielle Erfolgsmodell der deutschen Nachkriegsökonomie in seiner bisherigen Form noch trägt.Dieses Modell beruhte lange auf drei Säulen. Europa war die industrielle Heimatbasis, China der…
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